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Aktuelle Fragen zu den Einsatzmöglichkeiten
Für welche Erkrankungen können Nabelschnurblut-Stammzellen derzeit eingesetzt werden?
1988 wurden körperfremde (allogene) Stammzellen aus Nabelschnurblut weltweit erstmals zur Behandlung einer aplastischen Anämie verwendet. Inzwischen weiß man, dass die Erfolgsaussichten bei der allogenen Anwendung des Nabelschnurblutes ebenso hoch einzuschätzen sind, wie bei der Behandlung mit Stammzellen aus dem Knochenmark. Hauptsächlich wird Nabelschnurblut bei Krebserkrankungen eingesetzt, bei denen das Knochenmark des Patienten aufgrund der Chemotherapie nicht mehr funktionstüchtig ist. Darüber hinaus werden Nabelschnurblut-Stammzellen auch zur Behandlung von akut wiederkehrenden Leukämien verwendet, da man für diese Patienten möglichst rasch ein passendes Präparat benötigt. Da diese Stammzellen sofort bereitstehen, geht keine wertvolle Zeit mit der Suche nach einem Spender verloren. Auch bei angeborenen Störungen der Blutbildung, Stoffwechselerkrankungen sowie Verletzungen des Gehirns kommen Nabelschnurblut-Präparate zum Einsatz.
International renommierte Forschergruppen arbeiten permanent an einer Vielzahl verschiedenster Einsatzmöglichkeiten für Nabelschnurblut-Stammzellen. Mit ihrer Hilfe könnten sich Gehirnbereiche nach einem Schlaganfall regenerieren und zerstörter Knorpel und Knochen nachwachsen, Lebergewebe könnte ersetzt oder abgestorbener Herzmuskel repariert werden. Fest steht: Stammzellen sind einer der größten Hoffnungsträger der Medizin, weil hier die Chance auf eine echte Heilung besteht.
Kann man Stammzellen auch zur Heilung von Leukämien einsetzen?
Bei Leukämien sind die Stammzellen des blutbildenden Systems betroffen. Deshalb werden sie generell nur in seltenen Fällen mit eigenen (autologen) Stammzellen behandelt. In solchen Fällen sind die passenden Stammzellen eines verwandten oder unverwandten Spenders immer vorzuziehen, da ein wesentlicher Bestandteil der Heilung die immunologische Reaktion des Transplantats gegen die Leukämiezellen ist. Bei kindlicher Leukamie wurden in Einzelfällen aber auch bereits erfolgreich autologe Nabelschnurpräparate eingesetzt.
Für welche Erkrankungen hofft man, Nabelschnurblut-Stammzellen in Zukunft einsetzen zu können?
Es gibt bereits viele experimentelle, aber auch klinische Ansätze für die Organersatztherapie mit Hilfe von Stammzellen. Dazu gehören Herzerkrankungen (Herzinfarkt, Klappenerkrankung, Transplantation), Zuckerkrankheit, Erkrankungen des Nervensystems (Morbus Parkinson, Alzheimer), Schlaganfall, Querschnittslähmung, Autoimmunerkrankungen (Rheuma, MS, Lupus), Schäden an Haut, Knochen und Gelenken.
Sind Nabelschnurblut-Stammzellen bereits zur Behandlung eingesetzt worden?
Die erste Transplantation mit Stammzellen aus Nabelschnurblut wurde bereits im Jahre 1988 durchgeführt. Seitdem sind über 10.000 Transplantationen mit Nabelschnurblut-Stammzellen erfolgt. In Japan und den USA, die im Bereich Nabelschnurblut weltweit führend sind, werden heute Stammzellen aus Nabelschnurblut häufiger verwendet als Knochenmark.
In welcher Situation wird die Einlagerung von Nabelschnurblut-Stammzellen dringend empfohlen?
Beispielweise wenn ein Geschwisterkind an einer Krebs- oder Tumorerkrankung leidet. Hier können die Nabelschnurblut-Stammzellen des gesunden Kindes oftmals für eine Transplantation eingesetzt werden. In diesem Fall ist die Aufbereitung und Einlagerungen der Stammzellen bei eticur) sogar kostenfrei. Darüber hinaus gibt es an der Ludwig-Maximilians-Universität München bereits erfolgreiche experimentelle Ansätze, aus Nabelschnurblut-Stammzellen Herzklappen- und Herzmuskelgewebe zu züchten. Wenn beim ungeborenen Kind in der Pränataldiagnostik ein entsprechender Herzfehler diagnostiziert wird, ist die Aufbewahrung der Stammzellen unbedingt anzuraten. Auch in solchen Fällen übernimmt eticur) nach Einzelfallprüfung die Kosten der Aufbewahrung.
Wenn das Einlagern des Nabelschnurblutes zur Vorsorge medizinisch sinnvoll ist, warum übernimmt nicht die Krankenkasse die Kosten?
Bislang übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für diese zukunftsweisende Maßnahme noch nicht. Sollten sie jedoch privat versichert sein, setzen Sie sich mit Ihrer Krankenkasse in Verbindung, denn einige private Kassen gewähren bereits einen Zuschuss. Gerade in dem oben genannten Fall der Erkrankung eines Geschwisterkindes oder bei intrauterin festgestellten Defekten sind die Kassen oft bereit, die Kosten ganz zu übernehmen. Gerne unterstützen wir Sie in diesen Fällen.
Können Nabelschnurblutstammzellen auch bei Erwachsenen angewandt werden?
Selbstverständlich können auch Erwachsene mit Stammzellen aus Nabelschnurblut behandelt werden. 2006 wurden weltweit über 64% aller Nabelschnurblutstammzelltransplantationen bei Erwachsenen durchgeführt.
In der Regenerativen Medizin ist die Menge der vorhandenen Stammzellen nicht entscheidend. Bereits wenige Stammzellen genügen um z.B. Gewebeersatz herzustellen oder bestimmte Selbstheilungsprozesse im Körper zu aktivieren. Aus diesem Grund lagert eticur die gewonnenen Stammzellen auch in zwei verschiedenen Behältern ein, so dass man sie sogar für zwei Anwendungen nutzen kann. Bei der Krebstherapie gilt: Je größer das Körpergewicht des Patienten, desto mehr Stammzellen werden benötigt. Reicht die verfügbare Stammzellmenge nicht aus, verabreichen Ärzte zunehmend zwei Präparate um die Heilungschancen zu erhöhen. Außerdem werden derzeit in klinischen Studien Verfahren zur Vermehrung von Stammzellen erprobt.
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