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Aktuelle Fragen zu Nabelschnurblut
Was ist Nabelschnurblut?
Nabelschnurblut ist das Blut, das in der Nabelschnur und der Plazenta zurückbleibt, nachdem das Kind geboren und die Nabelschnur bereits abgeklemmt und durchtrennt worden ist. Normalerweise werden die Nabelschnur und der Mutterkuchen einschließlich des Blutes, das sich in ihnen befindet, als Abfallprodukte entsorgt. Seit man aber entdeckt hat, dass Nabelschnurblut die wertvollen Stammzellen enthält, findet langsam ein Umdenken statt. Das Nabelschnurblut wird vermehrt aufbewahrt, um die Stammzellen für eine spätere Behandlung zu erhalten - für sich oder für andere.
Nabelschnurblut-Stammzellen gehören definitionsgemäß zu den adulten Stammzellen, besitzen aber besondere Eigenschaften: Sie können sich in eine Vielzahl von Zelltypen verwandeln und sind viel teilungsfreudiger also Stammzellen aus dem Knochenmark eines Erwachsenen. Deshalb könnten sie bei zukünftigen Therapien, z.B. bei Organreparatur oder beim Gewebeersatz, eine wichtige Rolle spielen.
Welche Vorteile haben Stammzellen aus Nabelschnurblut?
Nabelschnurblut-Stammzellen sind jung, vital und sehr teilungsfreudig. Sie können sich in jeden anderen Zelltypen verwandeln, während andere adulte Stammzellen, z.B. aus dem Knochenmark, bereits spezialisiert sind. Im Gegensatz zu Stammzellen von Erwachsenen sind sie zudem unbelastet von Umwelteinflüssen und Alterungsprozessen sowie frei von Krankheitserregern.
Ein weiterer Vorteil: Sie sind bei Bedarf unmittelbar verfügbar.
Die Wahrscheinlichkeit, dass die übertragenen Stammzellen aus Nabelschnurblut in einem Organismus anwachsen, liegt 10-fach höher als bei Stammzellen aus dem Knochenmark. Darüber hinaus werden sie bei autologer Verwendung als körpereigene Stammzellen optimal vertragen, da die Gewebemerkmale völlig identisch sind. Es findet also keine Abstoßreaktion des Körpers statt.
Auch bei nicht-eigenen Anwendungen für einen Empfänger mit ähnlichen Gewebemerkmalen (z.B. ein Geschwisterkind) kommt es zu deutlich weniger starken Abstoßungsreaktionen, da Nabelschnurblut-Stammzellen immunologisch noch unreif sind und daher eine weniger starke Immunreaktion hervorrufen.
Außerdem können sie ohne jedes Risiko für Mutter und Kind entnommen werden, während die Entnahme von Zellen aus dem Knochenmark einen nicht unerheblichen Eingriff darstellt, der mit Risiken und Schmerzen verbunden ist.
Nabelschnurblut-Stammzellen können in großer Zahl gewonnen werden. Darüber hinaus können sie in Kultur gebracht und vermehrt werden. Wenn sie von Experten verarbeitet und aufbewahrt werden, stehen sie ein Leben lang zum Einsatz bereit.
Wie lange gibt es schon die Möglichkeit, Stammzellen aus Nabelschnurblut aufzubewahren?
In Deutschland besteht seit 1997 für Eltern die Möglichkeit, die Stammzellen ihres eigenen Kindes aufbewahren zu lassen. Mittlerweile machen jährlich Tausende von Elternpaaren von dieser einmaligen Möglichkeit der gesundheitlichen Eigenvorsorge für Ihr Kind Gebrauch. Weltweit haben sich bereits über 2,5 Millionen Eltern für eine Aufbewahrung der Stammzellen ihres Kindes entschieden.
Was hat mein Kind davon, wenn ich das Nabelschnurblut aufbewahre?
Bei viele schweren Krankheiten (z.B. Krebs oder Autoimmunkrankheiten) kommen heute Stammzellen erfolgreich zum Einsatz. Die Aufbewahrung des Nabelschnurblutes bietet Ihnen die Sicherheit, dass Ihrem Kind im Fall einer Erkrankung alle Behandlungsmöglichkeiten offenstehen. Zudem: Die Fortschritte in der Medizin sind gewaltig und so hat Ihr Kind beste Chancen, von der zukünftigen Entwicklung zu profitieren.
Wenn Nabelschnurblut so wertvoll ist, warum bewahrt es dann nicht jeder auf?
Die meisten Menschen wissen noch viel zu wenig über das Thema. Nabelschnur und Plazenta werden daher leider nach der Geburt entsorgt. Oftmals werden auch durch Unwissenheit Bedenken, die gegenüber der umstrittenen embryonalen Stammzellenforschung bestehen, auf die ethisch völlig unbedenkliche Nabelschnurblutentnahme übertragen. Ein weiterer Grund ist sicherlich auch, dass die Entnahme und Aufbewahrung der eigenen Stammzellen Geld kostet. Dabei gibt es umfangreiche Finanzierungsmöglichkeiten, die ab EUR 34,40 im Monat beginnen. Viele Menschen wissen zudem nicht, dass es auch die Möglichkeit der kostenfreien Spende von Nabelschnurblut gibt. Das Präparat wird dann allerdings nicht für die eigene Behandlung, sondern für die Allgemeinheit aufbewahrt und steht damit im eigenen Bedarfsfall in aller Regel nicht mehr zur Verfügung.
Wo und wie kann das Nabelschnurblut eingelagert werden?
Nabelschnurblut kann in öffentlichen oder privaten Nabelschnurblutbanken eingelagert werden. Öffentliche Nabelschnurblutbanken stellen das eingelagerte Nabelschnurblut der Allgemeinheit zur Verfügung ("allogene Einlagerung"). Die Spende ist kostenfrei, allerdings haben Sie kein Anrecht mehr auf Ihre Spende. Konkret heißt das, das Sie im Bedarfsfall in aller Regel nicht mehr von den Möglichkeiten der eigenen Stammzell-Behandlungsmöglichkeiten profitieren können. Finanziert werden die öffentlichen Banken durch Spenden und öffentliche Gelder. Es gibt derzeit in Deutschland nur 4 Banken, die die Erlaubnis für die allogene Abgabe von Nabelschnurblut-Stammzellen haben. Dazu gehört auch die mit eticur) kooperierende Stammzellbank des Universitätsklinikums Erlangen. Bei einer privaten Nabelschnurblutbank besteht die Möglichkeit, die Stammzellen Ihres Kindes für den privaten Gebrauchsfall einzulagern ("autologe Einlagerung"). Dann steht Ihrem Kind oder ggf. einem Geschwisterkind die Spende garantiert zur Verfügung. Die Kosten für die Aufbereitung und Einlagerung der Stammzellen tragen die Eltern oder auch z.B. Großeltern und Paten.
Kann nur an öffentliche Banken für die Allgemeinheit gespendet werden?
Auch bei der Stammzellbank des Universitätsklinikums Erlangen mit eticur) besteht die Möglichkeit, das Nabelschnurblut für die Allgemeinheit zu spenden. Wenn man das Nabelschnurblut also nicht für das eigene Kind aufbereiten und einlagern lassen möchte, sollte man es auf jeden Fall spenden - denn zum Wegwerfen ist es auf jeden Fall zu schade!
Übrigens: Im Jahre 2009 wurde der Neubau der Stammzellbank des Universitätsklinkums Erlangen eingeweiht. Damit befindet sich auf dem Universitätsgelände die größte Stammzellbank Bayerns.
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