Bauchschmerzen in der Schwangerschaft und wann sind sie ein Grund zur Besorgnis?

Bauchschmerzen während der Schwangerschaft werden von Frauen fast immer als ein Zeichen einer Gefahr und als Grund zur Besorgnis betrachtet. Einige schwangere Frauen verbinden die auftretenden Schmerzen oft mit dem Gedanken und der Angst an eine Fehlgeburt. Es darf jedoch nicht vergessen werden, dass Bauchschmerzen während der Schwangerschaft recht häufig auftreten und nicht immer mit einer direkten Bedrohung für das sich entwickelnde Kind im Mutterleib verbunden sind.

Ein Stich in den Bauch während der Schwangerschaft muss nicht immer eine direkte Folge der Entwicklung des Babys im Mutterleib sein. Oftmals können während der Schwangerschaft Beschwerden auftreten, die nicht mit der Schwangerschaft sonder mit anderen Krankheitsprozessen, die in dem Körper der der Mutter stattfinden, in Verbindung stehen. Dazu gehört z.B. eine Blinddarmentzündung, eine virale Entzündung des Verdauungstraktes, ein Darmverschluss oder ein Reizdarmsyndrom. Diese Zustände können begleitet sein von: Erbrechen, Durchfall und Übelkeit. Ausserdem können Bauchschmerzen während der Schwangerschaft auch durch Anomalien der Harnwege verursacht werden. Die dort stattfindende Entzündung äussert sich meist als Beschwerden über dem Schambeingelenk. Bei einer Frau können Blasenbeschwerden in Form von: dringendem Druck, häufigem Wasserlassen oder Brennen auftreten.

Trotzdem sollen die Beschwerden beobachtet werden und im Zweifel ein Termin bei einem Arzt gemacht werden. Auch wenn viele der Ursachen keinen Einfluß auf das Kind haben, und in der Regel eine Folge der körperlichen Veränderungen der Frau sind, können die Schmerzen auch ein Anzeichen für eine Fehlgeburt sein – insbesondere in den ersten Schwangerschaftswochen. 

Die Schmerzen im Unterbauch zu Beginn der Schwangerschaft

Bauchschmerzen in der Frühschwangerschaft sind in der Regel mit den raschen Veränderungen des weiblichen Körpers verbunden. Ein schnell wachsender Fötus benötigt immer mehr Platz, so dass die Grösse der Gebärmutter zunimmt und allmählich Druck auf benachbarte Organe wie die Blase auszuüben beginnt. Geschwollene Genitalien können ein Völlegefühl, leichte Gebärmutterkrämpfe, Leistenschmerzen und allgemeine Schmerzen im gesamten Bauchraum verursachen. Bauchschmerzen in den ersten Schwangerschaftswochen können jedoch auch besorgniserregend sein, insbesondere wenn sie mit Blutungen oder Schmierblutungen einhergehen. Während dieser Zeit besteht die größte Gefahr einer Fehlgeburt. Unterschätzen Sie diese Symptome nicht und suchen Sie sofort einen Spezialisten auf. Stechende Schmerzen im Unterleib während der Schwangerschaft können aber auch durch Erkrankungen des Verdauungs- oder Harnsystems entstehen, wie z.B.: Darmstörungen, Blinddarmentzündung oder Koliken. In einem solchen Fall ist eine medizinische Untersuchung notwendig, um eine korrekte Diagnose und eine wirksame Behandlung zu ermöglichen.

Bauchschmerzen in der Schwangerschaft - 2 Trimester

Kreuz- und Bauchschmerzen während der Schwangerschaft werden im zweiten Trimester lästiger und definitiv häufiger. Sie ist in erster Linie das Ergebnis der Dehnung der Gebärmutter als Reaktion auf die schnelle Entwicklung des Babys im Mutterleib. Am Ende dieses Trimesters sind die Bewegungen des Babys zu spüren, was ebenfalls zu den Schmerzen beitragen kann. Wenn die Bauchschmerzen jedoch mit Verhärtung und erhöhter abdominaler Empfindlichkeit einhergehen, kann dies das Ergebnis der Plazenta-Ablösung sein. Dies ist ein Zustand, der eine Hypoxie oder sogar den Tod des Kindes verursachen kann. Solche Symptome sollten sofort mit einem Spezialisten besprochen werden. Unwohlsein im Unterleib durch Schmerzen kann auch bei plötzlichen Positionswechseln, Niesen, Lachen oder Husten auftreten. In dieser Zeit lohnt es sich, sich um die Stärkung der Bauchmuskulatur zu kümmern, sich auszuruhen und den Körper mit ausreichend Wasser und Flüssigkeit zu versorgen. 

Schmerzen im Unterbauch in den letzten Schwangerschaftsmonaten

Während des dritten Trimesters der Schwangerschaft besteht weiterhin das Risiko, dass die Plazenta sich ablöst. Auch können Übungswehen (Braxton-Hicks) zwischen 7 und 8 Monaten auftreten. Dies ist völlig normal und eine Folge des abnehmenden Raumes im Mutterleib. Die Krämpfe werden mit zunehmendem Wachstum des Kindes und der näher rückenden Geburt ausgeprägter. In der zweiten Hälfte der Schwangerschaft kann sich auch eine Präeklampsie entwickeln, die durch einen erhöhten Blutdruck und das Vorhandensein von Eiweiss im Urin gekennzeichnet ist und Schmerzen im Bauchraum verursacht. Präeklampsie wird auch mit einer Schwellungen von Gesicht, Füssen und Händen sowie Kopfschmerzen, Sehstörungen, Atemnot und Erbrechen in Verbindung gebracht. In den letzten Wochen vor der Geburt steigern sich die Schmerzen im Unterbauch und treten häuften auf, da der Körper sich so auf die Geburt des Kindes vorbereitet.

Schmerzen im Unterleib – wann ist ein Arzt aufzusuchen?

Jede schwangere Frau sollte ihrem Körper besondere Aufmerksamkeit schenken und bei störenden Signalen sofort einen Spezialisten aufsuchen, vor allem, wenn es sich um solche handelt:

  • Die Bauchschmerzen werden von anderen Symptomen wie Blutungen oder Durchfall begleitet
  • Die Schmerzen sind krampfartig und treten regelmässig auf
  • Der Bauch ist hart und empfindlich

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