Warum tritt Sodbrennen in der Schwangerschaft auf?

In der Schwangerschaft tritt Sodbrennen am häufigsten im ersten Trimester auf und nimmt dann in den folgenden Wochen zu. Ein Brennen hinter dem Brustbein und ein unangenehmer Nachgeschmack im Mund bei vielen werdenden Mütter erschwert den Alltag. In den meisten Fällen hängt es mit der Veränderungen im Körper der Frau zusammen und bedeutet nichts Gefährliches. Wie kann ich mit Sodbrennen umgehen? Könnte es das erste Symptom einer Schwangerschaft sein?

 

Woher kommt Sodbrennen in der Schwangerschaft?

Sodbrennen, genauer gesagt gastroösophagealer Reflux, ist eine häufige Erkrankung bei schwangeren Frauen. Bis zu 2/3 aller schwangeren Frauen erleben es. Es hängt unter anderem mit einer Erhöhung der Progesteronkonzentration während der Schwangerschaft zusammen. Eine ähnliche Situation findet sich auch in II. Phase des Menstruationszyklus. Progesteron ist ein weibliches Hormon, das während der Schwangerschaft von den Eierstöcken und Nebennieren sowie von der Plazenta produziert wird. Er ist unter anderem verantwortlich für zur Entspannung und Verspannung der glatten Muskulatur, um so einer möglichen Frühgeburt vorzubeugen. Progesteron wirkt jedoch auch auf andere Muskeln im Körper der Schwangeren, wie zum Beispiel auf den unteren Ösophagussphinkter. Physiologisch wird dieser Muskel im Ruhezustand ständig angespannt, damit der Nahrungsinhalt nicht vom Magen in die Speiseröhre zurückfließt. Ein hoher Progesteronspiegel bewirkt, dass sich der untere Ösophagussphinkter entspannt, was zu Refluxsymptomen führt.

Das Sodbrennen wird durch den Rückfluss von Magensäure in die untere Speiseröhre verursacht. Es kann auch durch andere Faktoren als den Anstieg des Progesteronspiegels verursacht werden. Während der Schwangerschaft verändert sich die Position des Magens aufgrund der zunehmenden Größe der Gebärmutter. Außerdem verlangsamt sich die Magen-Darm-Motilität. Auch der intraabdominale Druck steigt an, was ebenfalls zur Refluxbildung beitragen kann.

Sodbrennen als Schwangerschaftssymptom

Es gibt bestimmte typische Anzeichen einer Schwangerschaft. Einige der Symptome, bei denen eine Schwangerschaft nicht 100% sicher ist, sind beispielsweise ein positives Schwangerschaftstestergebnis, ein vergrößerter Bauchumfang oder wenn die Brust etwas spannt. Ein weiteres Symptom, die Frauen in der frühen Schwangerschaft häufig bemerken, ist Sodbrennen. Seine Bildung in der Frühschwangerschaft ist mit einer Erhöhung der Progesteronkonzentration verbunden, die, wie bereits erwähnt, physiologisch auch während der II. Schwangerschaftswoche auftritt. Natürlich kann nicht automatisch von einer Schwangerschaft ausgegangen werden, da es viele weitere Ursachen für Symptome im Zusammenhang mit gastroösophagealem Reflux gibt.

Sodbrennen in der Schwangerschaft - Behandlung

Während der Schwangerschaft sollten Sie ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt auf die Einnahme von Medikamenten verzichten. Viele der Medikament sind während dieser Zeit aufgrund ihrer negativen oder unbekannten Auswirkungen auf den sich entwickelnden Fötus nicht erlaubt. Bei lästigem Sodbrennen zählen zu den am häufigsten empfohlenen Medikamenten unter anderem Calcium- oder Magnesiumcarbonat. Sie wirken indem sie den Säuregehalt in Ihrem Magen neutralisieren. Dadurch ist das unangenehme Symptom, das mit dem Brennen hinter dem Brustbein und der Rückführung von Nahrung in die Speiseröhre verbunden ist, viel weniger intensiv.

Sodbrennen in der Schwangerschaft – Hausmittel

Auch gegen Sodbrennen gibt es viele Hausmittel auf die werdende Mütter häufig zurückgreifen, wenn die Symptome nicht so stark sind, dass Medikamente eingenommen werden müssen. Viele schwangere Frauen finden es hilfreich, Milch, Kefir oder stilles Wasser zu trinken. Zu den empfohlenen Lebensmitteln gehören auch Mandeln, die den unangenehmen Nachgeschmack neutralisieren können. Greifen Sie auch zu Gemüsesäften, z.B. aus Karotten, als zu sauren Zitrussäften. Die Symptome von Sodbrennen können sich auch verschlimmern, wenn Sie Kaffee und starken schwarzen Tee trinken. Daher ist es besser diese durch andere Getränke zu ersetzen.

Sodbrennen in der Schwangerschaft – wie kann man es verhindern?

Sehr wichtig bei der Vorbeugung von Sodbrennen, aber auch bei Verstopfung, ist eine angemessene, ausgewogene Ernährung der werdenden Mutter. Schwangere, die an Verdauungsbeschwerden leiden, sollten unbedingt fettige, frittierte und scharfe Speisen meiden. Ernährungswissenschaftler empfehlen während der Schwangerschaft auf kleinere, aber häufigere Mahlzeiten. Darüber hinaus spielen Heißhungerattacken, die während der Schwangerschaft und beim Essen vor dem Schlafengehen auftreten, eine wichtige Rolle bei der Verschlimmerung der Symptome von Sodbrennen. Wenn die Probleme die werdende Mutter auch nachts begleiten, ist es am besten, die Schlafposition vom Liegen ins Halbsitzen zu ändern. Verzichten Sie zusätzlich auf abendliches Naschen.

Es ist wichtig, dass Sie Ihren Körper im Auge behalten und versuchen Lebensmittel auszuschließen, die Ihnen ein schlechteres Gefühl geben. Wenn dennoch Sodbrennen den Alltag behindert lohnt es sich einen Arzt aufzusuchen, der der zukünftigen Mutter eine angemessene und vor allem sichere Behandlung vorschlägt. Die gute Nachricht ist, dass die unangenehmen Symptome höchstwahrscheinlich nach der Geburt vergehen.

 

 

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