Aufklärung zur Entnahme von Nabelschnurblut

eticur) unterliegt den strengen europäischen und deutschen Regularien in Bezug auf die Herstellung des Arzneimittelprodukts "Stammzellen aus der Nabelschnur". Gemäß § 6 Abs. 1 S. 1 Transfusionsgesetzes (TFG) und der Richtlinie zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von Blutprodukten (Richtlinie Hämotherapie) muss der Spender sachkundig und ausführlich aufgeklärt werden. Die Aufklärungsinhalte sind darüber hinaus auch Bestandteil unserer allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Sie haben die Möglichkeit die Aufklärungsinhalte hier nachzulesen oder sich durch einen Fachberater ausführlich telefonisch aufklären zu lassen. Bitte tragen Sie Ihren diesbezüglichen Wunsch auf dem Formular Aufklärung ein.

  • Ablauf der Nabelschnurblutentnahme

    Ab 6 Wochen vor dem errechneten Termin wird telefonisch ein Zustelltermin (ab 5 Wochen vor ET) vereinbart. Bitte bewahren Sie die Box bei Zimmertemperatur auf und nehmen sie am Tag der Geburt mit in die Klinik und übergeben Sei einem Arzt oder einer Hebamme.
    In der Klinik gibt es dann 3 Aufgaben für Schwangere:

    • die Entnahme einer mütterliche Blutprobe,
    • das Ausfüllen des Formulars aktuelle Ergänzung zum Anamnesefragebogen welches in der Entnahmebox als oberstes liegt. Dies beinhaltet nur 2 Fragen: Zum einen, ob es etwas Neues gibt zu der bereits ausgefüllten ausführlichen Anamnese und zum anderen, ob es vor der Geburt bereits eine besondere Diagnose zum Kind gab
    • und natürlich das Baby zur Welt bringen.

    Nach der Geburt und nach dem Durchtrennen der Nabelschnur (1-2 Minuten nach Geburt) wird Nabelschnurblut aus der nur noch mit der Plazenta, aber nicht mehr mit dem Baby verbunden Nabelschnur entnommen. Die Klinik packt dann die mütterlichen Blutproben, das Nabelschnurblut und die entsprechenden Formulare in die Box und ruft die Kurier-Hotline an. Die Hotline ist an jedem Tag zu jeder Uhrzeit erreichbar. Der Kurier sorgt dann für den Transport in die Stammzellbank des Universitätsklinikums Erlangen. Dort erfolgt die Verarbeitung, Testung und Einlagerung.

  • Risiken einer Nabelschnurblutentnahme

    Bei der Mutter erfolgt nur eine ganz normale Entnahme einer Blutprobe, wie Sie auch der Gynäkologe während der Schwangerschaft macht. Das Risiko ist entsprechend gering. Für das Baby gibt es gar kein Risiko, da es ja zum Zeitpunkt der Entnahme keine Verbindung mehr mit dem Teil der Nabelschnur hat aus dem das Blut entnommen wird.

  • Qualität des Stammzellpräparats

    Vorab können wir Ihnen keine Garantie zur Qualität des Stammzellpräparats geben. So hängt beispielsweise die Zellzahl von der Blutmenge ab, die tatsächlich gewonnen werden kann und der Konzentration der Zellen im Blut Ihres Kindes zum Zeitpunkt der Geburt. Da diese Werte beide von Fall zu Fall unterschiedlich sind, gilt dies natürlich erst recht für das Ergebnis der Multiplikation dieser Faktoren. Wir wünschen uns, dass die Stammzellpräparate möglichst alle Qualitätskriterien erfüllen, die eigentlich für eine öffentliche Spende gelten. Sollte bei den zahlreichen Untersuchungen mindestens ein Prüfparameter nicht erreicht werden, so wird Ihnen dies schriftlich mitgeteilt und Sie entscheiden in diesem Fall, ob die Aufbewahrung fortgesetzt und ein Zertifikat ausgestellt werden soll bzw. das Präparat Ihres Kindes entsorgt werden soll.

  • Haltbarkeit der Nabelschnurblutstammzellen

    Stammzellen aus Nabelschnurblut wurden erst Mitte der 80iger Jahre entdeckt, weshalb es weltweit noch kein 50 Jahre altes Präparat mit Stammzellen aus Nabelschnurblut gibt. Schon in 2011 wurde die erfolgreiche Einlagerung von Stammzellen aus Nabelschnurblut über einen Zeitraum von 23,5 Jahren wissenschaftlich nachgewiesen, für 2018 hat dieselbe Arbeitsgruppe eine Veröffentlichung über den Zeitraum von 30 Jahren angekündigt. Von anderen Stammzellen, von denen man weiß, dass sie sich ebenfalls mit Kühlung durch Stickstoff bei sehr tiefen Temperaturen lagern lassen (z.B. Spermien) ist auch bekannt, dass dies über viele Jahrzehnte erfolgreich möglich ist. Daher besteht die berechtigte Hoffnung, dass sich Stammzellen aus Nabelschnurblut lebenslang einlagern lassen.

  • Einsatzmöglichkeiten und Wahrscheinlichkeit

    Als Standarttherapie erfolgt der Einsatz der Stammzellen aus Nabelschnurblut zum Wiederaufbau des Blutbildenden Systems bei an die 80 Erkrankungen. Dazu gehören Störungen in der Blutbildung (bei aplastischer Anämie wird beispielsweise gar keine Blutzelle mehr gebildet) oder schwer verlaufende Autoimmunerkrankungen (hier wird dann quasi das Immunsystem auf Tag 1 zurückgesetzt) oder ein aggressiver solider Tumor (bei der dann ebenfalls sehr aggressiven Tumortherapie wird sozusagen als Nebenwirkung das Blutbildende System zerstört). Eine Sonderstellung nimmt die Krebserkrankung des blutbildenden Systems (=Leukämie) ein, bei der man wenn vorhanden eine passende Geschwister- oder Fremdspende dem eigenen Präparat vorziehen würde, damit das neue, nicht komplett identische Immunsystem des Spenders, dass sich neu im Knochenmark ansiedelt dann eventuell im Knochenmark verbliebene Restleukämiezellen angreifen kann.

    Darüber hinaus geht es bei der Einlagerung von Nabelschnurblutstammzellen auch um zukünftige Anwendungsbereiche in der Regenerativen Medizin.  Entweder erfolgt die direkte Gabe der Stammzellen, die dann über die Blutbahn zu betroffenen Organen gelangen (Die meisten der bisher eingesetzten eigenen Nabelschnurblutstammzellen bekamen Kinder im Rahmen von Studien zu Hirnschäden) oder es wird erst in einer Zellkultur benötigtes Gewebe in gewünschter Form und Größe angezüchtet und dann implantiert, wobei es nicht abgestoßen werden kann, weil es ja aus eigenen Zellen stammt und sogar mitwachsen könnte. (komplizierte Zellen wie Leberzellen, Lungenzellen oder insulinproduzierende Zellen wurden zwar schon im Labor angezüchtet, sind aber sicher noch weiter weg von der klinischen Anwendung als einfache Zellen wie Knochen- oder Knorpelzellen.

    Die Wahrscheinlichkeit eine Erkrankung zu bekommen, bei der Stammzellen zur Therapie eingesetzt werden können, ist zum Glück während der Kindheit relativ gering und steigt erst mit zunehmendem Lebensalter.

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