Stammzellen helfen bei Herzinfarkt

In mehreren Studien in Deutschland wird derzeit die Wirksamkeit von eigenen Stammzellen bei der Behandlung von Herzinfarkt untersucht.

In mehreren Studien in Deutschland wird derzeit die Wirksamkeit von eigenen Stammzellen bei der Behandlung von Herzinfarkt untersucht. 

Prof. Dr. Andreas Zeiher, Prof. Dr. Stefanie Dimmeler und ihr Forschungsteam von der Goethe Universität in Frankfurt am Main haben nun die Ergebnisse veröffentlicht. Eine Stammzelltherapie nach einem Herzinfarkt ist wirksam und sicher, besonders für Patienten mit großen Infarktschäden.

204 Patienten nahmen an dieser bislang größten Studie in Deutschland teil, wovon etwa die Hälfte mit eigenen zuvor aus dem Knochenmark gewonnenen Stammzellen behandelt wurde. Die andere Hälfte diente als Vergleichsgruppe und bekam eine Lösung ohne Stammzellen über die Herzkranzgefäße ins Herz injiziert. 

Nach Abschluss der Studie zeigt sich folgendes Ergebnis:

  • Keiner der mit Stammzellen behandelten Patienten erlitt einen erneuten Herzinfarkt
  • Die Pumpleistung des Herzens verbesserte sich bei dieser Patientengruppe, besonders bei Patienten mit sehr großen Infarktbereichen
  • Nur 3 Patienten verstarben
  • Bei der Vergleichsgruppe starben 8 Patienten, 7 erlitten einen erneuten Infarkt
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Auch in Rostock wenden die Ärzte um Prof. Dr. Gustav Steinhoff und Prof. Dr. Bodo E. Strauer vom Referenz- und Transplantationszentrum für kardiale Stammzelltherapie körpereigenen Stammzellen zur Behandlung nach Herzinfarkten an. Sie spritzen bei Bypass-Operationen eine bestimmte Gruppe aufgereinigter, körpereigener Knochenmarkstammzellen direkt in den Herzmuskel. 

Die genaue Wirkungsweise der Stammzellen ist derzeit noch nicht geklärt. Man geht davon aus, dass sie eine Gefäßneubildung bewirken und Faktoren ausschütten, die die Zellteilung der Herzmuskelzellen im geschädigten Bereich anregen.

Daher geht man auch davon aus, dass die jungen Nabelschnurblutstammzellen durch ihre deutlich bessere Teilungs- und Verwandlungsfähigkeit als die Stammzellen von Erwachsenen und dadurch dass sie unbelastet von Umwelteinflüssen oder Alterungsprozessen sind, den aufgereinigten Knochenmarkstammzellen deutlich überlegen sind. Eine Anwendung dazu gab es noch nicht, da die etwa 280.000 Menschen, die jährlich einen Herzinfarkt erleiden, in einem Alter sind bei dem sie bei ihrer Geburt noch nicht die Möglichkeit hatten, ihre Nabelschnurblutstammzellen einlagern zu lassen.