Wichtige medizinische Begriffe für Sie erklärt

Uns bei eticur) ist es wichtig, dass bei Ihnen keine Fragen mehr offen bleiben. Deshalb haben wir die wichtigsten Fachbegriffe für Sie zusammengefasst und auch für Nicht-Mediziner verständlich formuliert und erklärt. In unserem Stammzellen-ABC können Sie sich zu all diesen Themen informieren. Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren, wenn noch Fragen offengeblieben oder Begriffe unklar sind.

Unser Stammzellen ABC

  • A

    Abnabelung:
    Doppeltes Abbinden der Nabelschnur nach erfolgter Geburt, um das Kind vom so genannten Mutterkuchen (Plazenta) zu trennen. Anschließend wird die Nabelschnur zwischen den beiden Abbindungsstellen durchtrennt

    Abnahme (des Nabelschnurblutes):
    Punktion der Nabelschnur-Vene mit einer sterilen Nadel und anschließendes Überleiten des Nabelschnurblutes in einen sterilen Blutbeutel. Der Punktions-Vorgang ist ähnlich einer normalen Blutabnahme aus einer Armvene.

    Abstoßungsreaktion:
    Von fremden Spendern transplantierte Stammzellen erkennen den Körper des Empfängers als fremd und greifen ihn an. Diese Reaktion wird als "Transplantat-gegen-Wirt-Erkrankung" bezeichnet (englisch: "Graft versus Host Disease", kurz GvHD). Sie betrifft vor allem Haut, Leber und Darm und kann lebensbedrohende Komplikationen nach sich ziehen. Um sie zu vermeiden, müssen die Gewebemerkmale von Spender und Empfänger möglichst gut übereinstimmen.

    Adulte Stammzellen:
    Von lateinisch: "adultus" =erwachsen). Jeder Mensch besitzt eine Reserve an adulten Stammzellen, die er zur Erhaltung seiner Gesundheit benötigt. Anders als embryonale Stammzellen und Nabelschnurblut-Stammzellen können sich adulte Stammzellen aber nicht mehr zu beliebigen anderen Zellen fortentwickeln. Stattdessen erfüllen sie festgelegte Aufgaben wie die Erneuerung der Blutzellen und die Aufrechterhaltung der Immunabwehr.

    Allogene Stammzellen:
    Von griechisch "allos" = anders, verschieden. Als allogen bezeichnet man die Transplantation von Stammzellen eines fremden Spenders auf den Empfänger.

    Apoptose:
    programmierter Zelltod

  • B

    Basiszellen:
    sind Stammzellen, die sich während der embryonalen Entwicklung zu speziellen Zellen, wie zum Beispiel zu Herzmuskelzellen, roten Blutkörperchen oder Hautzellen ausbilden. Da die Lebensdauer von Blutzellen auf wenige Tage begrenzt ist, ist eine ständige Neubildung von Blutzellen erforderlich. Alle Blutzellen werden im Knochenmark gebildet: Das Knochenmark ist in vielen Knochen zu finden - besonders reichlich aber im Beckenknochen, im Brustbein, in den Rippen und Wirbelkörpern sowie an den Enden der langen Röhrenknochen.

  • C

    CD34-positive Zellen:
    CD34 bezeichnet ein charakteristisches Merkmal auf der Zelloberfläche von Vorläuferzellen der Blutbildung (Blutbildende Stammzellen). Anhand dieses Zelloberflächenmerkmals (CD 34) lässt sich nachprüfen, ob eine ausreichende Zahl von Stammzellen in dem gewonnenen Zellgemisch vorhanden ist.

  • D

    Diabetes Mellitus:
    Zuckerkrankheit: Chronische Stoffwechselerkrankung, bei der es durch unzureichende Produktion des Hormons Insulin zu einer Störung des Kohlenhydrat-Stoffwechsels kommt. Man unterscheidet zwei Arten von Diabetes mellitus: Typ I ist eine Autoimmunerkrankung bei der "fehlprogrammierte" Abwehrzellen die Insulin produzierenden Zellen zerstören. Von dieser Krankheitsform sind vorwiegend Jugendliche betroffen. Typ II entsteht meist durch Überernährung und tritt hauptsächlich bei Erwachsenen auf.

    Differenzierung:
    Natürliches oder im Labor gesteuertes Ausreifen von Stammzellen zu verschiedenen spezialisierten Zellarten.  

    Dimethylsulfoxid:
    Dieses Gefrierschutzmittel wird dem Stammzellpräparat beim Einfriervorgang zugesetzt und verhindert die Bildung von Eiskristallen.

    DNA:
    DNA ist die Bezeichnung für den chemischen Aufbau der Erbinformation, also der genetischen Merkmale eines Menschen.

  • E

    Eigenspende:
    Nennt man die Gewinnung von körpereigenen (autologen) Zellen, wie z. B. Nabelschnurstammzellen, zur eventuellen späteren Verwendung für den Spender.

    Embryo:
    Bezeichnung für das ungeborene Kind im Mutterleib von der vierten Schwangerschaftswoche bis zum Ende des dritten Schwangerschaftsmonats. Danach spricht man von Fetus oder Fötus.

    Embryonale Stammzellen:
    Sie werden einem Embryo kurz nach der Befruchtung entnommen und können sich noch in nahezu jede Gewebesorte entwickeln. Viele Forscher sehen bei diesen Stammzellen breitere Einsatzmöglichkeiten. Durch die Entnahme der Stammzellen werden die Embryonen jedoch zerstört. Daher sind diese Methoden in Deutschland durch das Embryonenschutzgesetz verboten.

  • F

    Fanconia-Anämie:
    Die Fanconi-Anämie ist eine seltene Erbkrankheit und Form einer Anämie, die Kinder und Erwachsene jeglicher ethnischer Herkunft betreffen kann. Sie führt – über verschiedene Wege – sowohl zur verringerten Synthese von roten und weißen Blutkörperchen als auch zum übermäßigen Abbau dieser Zellen

    Frühabnabelung:
    Nennt man ein möglichst frühes Abbinden der Nabelschnur nach erfolgter Geburt. Das hat den Vorteil für das Kind, dass es seltener - und im gegebenen Fall zu einer milderen Form - der Neugeborenen-Gelbsucht kommt.

  • G

    Gasförmiger Stickstoff:
    Entsteht in einem Stahlbehälter oberhalb des flüssigen Stickstoffes.

    Genome:
    Die Gesamtheit aller Erbinformationen. Entspricht der Summe aller Chromosomen einer Zelle.

    GMP Labor:
    Good Manufacturing Practice Labor, Gute Herstellungspraxis als Teil der Qualitätssicherung und -kontrolle

    Graft versus Leukemia Reaktion:
    Abstoßungsreaktion durch gespendete Zellen, die sich gegen Blutkrebszellen richtet, und deshalb sogar erwünscht ist.

    Granulozyten:
    Gruppe der weißen Blutkörperchen. Werden im Knochenmark gebildet. Greifen Krankheitserreger an und machen sie unschädlich. Infektionen, Vergiftungen und Allergien bewirken daher einen Anstieg der Granulozytenwerte. Finden im Körper eitrige Infektionen statt, erhöhen sich die Werte der stabkernigen neutrophilen Granulozyten. Zu Beginn einer Infektion und bei Knochenmarkschäden sind die Werte erniedrigt.

  • H

    Herzinfarkt:
    Absterben von Herzmuskelgewebe durch Sauerstoffmangel bei einem Gefäßverschluss der Herzkranzgefäße.

    HLA-Typisierung:
    Feststellung/Identifizierung der Gewebemerkmale des Spenders.

    Hämostaseologie:
    Medizinische Fachrichtung, die sich mit der Lehre von den Gerinnungsstörungen im Blut beschäftigt

  • I

    Immunologisch identische Körperzellen:
    Zellen, die vom Patienten selbst (oder aus seiner Nabelschnur) stammen. Üblicherweise keine Abstoßungsreaktionen möglich.

    Infusion:
    Zufuhr größerer Flüssigkeitsmengen (z. B. Blut, Nähr- oder Arzneilösungen) direkt über den Blutweg.

    Inline-Verfahren:
    Labor-Prozesse, die in hermetisch abgeschlossenen Systemen ablaufen, ohne mit der Umwelt in Kontakt zu kommen. Solche Verfahren garantieren maximale Sicherheit vor möglichen Verunreinigungen.

  • K

    Knochenmark:
    Organ zur Blutbildung im Inneren großer Körperknochen.

    Kontamination:
    Verunreinigung durch Bakterien, Viren oder andere Umweltbestandteile. Kontamination muss z. B. bei der Nabelschnurblut-Abnahme und -Lagerung durch geeignete Maßnahmen, verhindert werden.

    Kooperationsvertrag:
    Vertraglich geregelte Zusammenarbeit. Bei eticur) mit der der Abteilung für Transfusionsmedizin und Hämostaseologie des Universitätsklinikums Erlangen.

    Kryokonservierung:
    von griechisch "kryos" = Kälte. Sachgerechtes Tiefgefrieren von Stammzellen mittels gasförmigem Stickstoff bei minus 175°Celsius, um sie sicher und korrekt über einen langen Zeitraum zu lagern.

  • L

    Leukämie:
    Vom griechischen "leukos" = weiß. Krankhafte Vermehrung von unreifen weißen Blutkörperchen (Leukozyten); umgangssprachlich auch Blutkrebs genannt.

  • M

    Multipotenz:
    Die Fähigkeit, sich in eine Vielzahl von Zelltypen zu verwandeln.

  • N

    Nachgeburt:
    Besteht aus Mutterkuchen (Plazenta), Eihäuten und der vom Kind bei der Abnabelung abgetrennten Nabelschnur.

    Non-Hodgkin-Syndrom:
    Eine Unterart von Lymphdrüsenkrebs.

  • P

    Periphere Blutstammzellen:
    Stammzellen, die außerhalb des Knochenmarks in den Blutgefäßen zirkulieren. Ihre Zahl kann man durch die Gabe von Medikamenten künstlich erhöhen. Im Bedarfsfall werden sie dann mit einem speziellen Gerät, ähnlich wie der Dialyse, geerntet.

    Plastizität:
    Verwandlungsfähigkeit der Stammzellen

    Plazenta:
    Mutterkuchen; ernährt während der Schwangerschaft das ungeborene Kind über die Nabelschnur. Bildet nach der Geburt einen Teil der Nachgeburt.

    Pluripotenz:
    Die Fähigkeit, sich in nahezu alle Zelltypen des Organismus zu verwandeln.

    Proliferative Potenz, Qualität und Kapazität:
    Vermehrungsfähigkeit und Qualität der Stammzellen.

    Punktion (der Nabelschnurvene):
    Nennt man den Vorgang der Nabelschnurblut-Abnahme. Dieser Einstich in die Nabelschnurvene ist vergleichbar mit einer herkömmlichen Blutabnahme aus der Armvene.

  • R

    Rubinstein Verfahren:
    Pablo Rubinstein gründet die erste öffentliche Nabelschnurblutbank am New York Cord Blood Center im Jahre 1992. Nach ihm benannt ist das weltweit anerkannte Verfahren zur Separation der Stammzellen aus dem Nabelschnurblut, d.h. die wertvolle Stammzellen, die sonst durch giftige Abfallstoffe der übrigen Blutbestandteile geschädigt werden könnten, werden von diesen abgetrennt, um ein fertig einsatzbares Transplantat zu erhalten.

  • S

    Separation:
    Durch das Separation-Verfahren nach Rubinstein werden die Stammzellen von den Restblutbestandteilen getrennt.

    Stammzellen:
    Urzellen des Körpers, aus denen sich alle Organe und Gewebe des Organismus entwickeln

  • T

    Tissue Engineering:
    Englisches Wort für Gewebetechnik; z. B. Herstellung neuen Köpergewebes aus Stammzellen.

    Totipotenz:
    Nur wenige Tage nach der Zeugung finden sich in einer kleinen Zellansammlung (der Blastozyste) embryonale Stammzellen, die jede für sich die Anlage besitzen, sich zu vermehren und sich zu einem ganzen Menschen zu entwickeln.

    Toxisch:
    von griechisch "toxikos" = giftig

    Transfusionsmedizin:
    Medizinische Fachrichtung, die sich mit der Lehre von der Übertragung von Blutbestandteilen und/oder Knochenmark durch Eigen- oder Fremdspende beschäftigt.

    Transplantation:
    Übertragung von Zellen oder einem Organ von einem Spender auf einen Empfänger.

  • U

    Unipotenz:
    Die Fähigkeit nur einen bestimmten Zelltyp auszubilden.

  • V

    Viabilität der Zellen:
    Lebensfähigkeit der Zellen, wird bei eticur) durch einen Zellkultur-Essay vor und (als Probe) nach dem Einfriervorgang getestet.

  • Z

    Zuckerkrankheit:
    Chronische Stoffwechselerkrankung, bei der es durch unzureichende Produktion des Hormons Insulin zu einer Störung des Kohlenhydrat-Stoffwechsels kommt. Man unterscheidet zwei Arten von Diabetes mellitus: Typ I ist eine Autoimmunerkrankung bei der "fehlprogrammierte" Abwehrzellen die Insulin produzierenden Zellen zerstören. Von dieser Krankheitsform sind vorwiegend Jugendliche betroffen. Typ II entsteht meist durch Überernährung und tritt hauptsächlich bei Erwachsenen auf.