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Was sind Stammzellen?

Stammzellen sind Wunderwerke der Natur

Man unterscheidet zwischen embryonalen und adulten Stammzellen (zu denen man auch die Stammzellen aus dem Nabelschnurblut zählt):

1. Embryonale Stammzellen
Das Wunder des Lebens beginnt mit der Zeugung. Schon wenige Tage  später hat sich aus der befruchteten Eizelle eine kleine Zellkugel entwickelt. Diese Zellen sind embryonale Stammzellen. In ihnen steckt die Information für den Aufbau des gesamten menschlichen Organismus. Aus ihnen können sich alle Gewebearten entwickeln. Kurze Zeit später fangen diese Zellen dann tatsächlich an, einen kleinen Mensch zu bilden - mit verschiedenen Organen, Knochen, Blutzellen, Nerven und Gehirn.

2. Adulte Stammzellen
Auch nach der Geburt gibt es Zellen im Körper, die „Nachschub“ liefern können. So können neue Blutzellen hergestellt oder gewisse Gewebearten repariert werden. Zellen mit diesen Fähigkeiten nennt man adulte Stammzellen.

Adulte Stammzellen sind allerdings bereits hoch spezialisiert. Sie können nur noch bestimmte Gewebearten nachbilden. Ein Beispiel dafür sind Stammzellen in der Haut, die diese nach einer Verletzung wieder reparieren können. Es gibt allerdings auch Gewebearten, darunter beispielsweise das Gehirn oder periphere Nerven, die nach der Geburt nicht mehr durch adulte Stammzellen ersetzt werden können und unwiederbringlich verloren sind, wenn Sie beschädigt werden. Darüber hinaus sind adulte Stammzellen nur bedingt teilungsfähig, das heißt, sie können lediglich eine begrenzte Anzahl neuer Zellen bilden. Und sie sind Umwelt- und Alterungsprozessen unterworfen, die mit der Zeit ihre Funktion beeinträchtigen. Will man sie zur Behandlung anderer Menschen gewinnen (z.B. Leukämiebehandlung), ist dies mit aufwändigen und mit Risiken behafteten Eingriffen verbunden (z.B. Knochenmarkpunktion).

Nabelschnurblut-Stammzellen sind einzigartig

Eine Besonderheit unter den Stammzellen, quasi ein Zwischenstadium zwischen embryonalen und adulten Stammzellen, bilden die Stammzellen aus der Nabelschnur. Sie werden zwar erst nach der Geburt gewonnen und deshalb als adult bezeichnet, besitzen aber noch viele der einzigartigen Eigenschaften der embryonalen Stammzellen.  Solange das Kind im Mutterleib ist, enthält sein Blut die für seine Entwicklung so wichtigen embryonalen Stammzellen. Das gilt auch für das Blut, das sich in der Nabelschnur befindet, denn bis zur Geburt ist die Nabelschnur ein Teil des kindlichen Blutkreislaufs. Nach Geburt und Abnabelung verbleibt etwas von diesem kindlichen Blut in der Nabelschnur - und wurde früher achtlos zusammen mit der Nabelschnur und der Plazenta entsorgt. Dieses Blut, das nach wie vor wertvolle Stammzellen enthält, kann ohne Gefahr für Mutter und Kind und absolut schmerzfrei aus Nabelschnur und Plazenta gewonnen werden. Dies muss allerdings unmittelbar nach der Entbindung erfolgen. Geschieht das nicht, sind die wertvollen Stammzellen unwiderruflich verloren.

Zellen mit ganz besonderen Eigenschaften
Die aus dem Blut gewonnen Stammzellen, sind ganz besondere Stammzellen, denn obwohl nach der Geburt gewonnen und deshalb als adult bezeichnet, besitzen sie noch viele der einzigartigen Fähigkeiten embryonaler Stammzellen. Da es sich aber definitionsgemäß nicht um embryonale Stammzellen handelt, ist ihre Gewinnung, Aufbewahrung und Verwendung ethisch-rechtlich absolut unbedenklich.
Im Gegensatz zu den spezialisierten adulten (später entwickelten) Stammzellen des Menschen sind sie "Vielkönner" und haben damit das Potential, in Zukunft Gewebetypen zu reparieren, die der Körper nach der Geburt selber nicht mehr zu reparieren in der Lage ist. Mit ihrer Hilfe wird der Körper zukünftig in der Lage sein, verletztes Gewebe und abgestorbene oder erkrankte Zellen zu ersetzen.